Sicherheit in Afrika: 18 Tipps für deine Reise

„Allein durch Afrika – ist das nicht viel zu gefährlich?“ Das Bild, das uns die Medien von Afrika vermitteln, ist leider immer noch extrem negativ behaftet. Kriege, Unruhen, Anschläge, Überfälle… Aber dieses Bild ist einfach falsch!

Natürlich gibt es Krisenregionen, die man eventuell lieber meiden oder mit großer Vorsicht bereisen sollte. Das sind dann aber auch Krisenregionen ;) Und natürlich gibt es auch in sicheren Regionen hin und wieder Vorfälle (die gibt es aber auch in Europa).

Ich fühle mich auf meinen Reisen immer sehr sicher, egal ob ich auf dem Land oder in der Großstadt bin.

Nachdem ich anfangs etwas verunsichert war, habe ich schnell gemerkt, dass nichts Schlimmes passieren kann, soweit Menschen in der Nähe sind und man sich an bestimmte Verhaltensregeln hält.

Diebe werden beispielsweise in vielen Ländern auf offener Straße verprügelt, wenn sie auffliegen. Entgegen der scheinbar allgemein geltenden Annahme, dass Afrika so kriminell sei, wird Diebstahl in den meisten Gesellschaften nämlich stark verurteilt und öffentlich angeprangert.

Es ist sogar so, dass die Menschen mich hier beschützen, mich an die Hand nehmen, wenn sie sehen, dass ich auf Reisen bin.

Es gab die ein oder andere Situation, in der mir mal jemand verbal blöd gekommen ist, und es waren immer sofort andere Menschen da, die mir geholfen haben. Genauso wäre es auch, wenn jemand versuchen würde mich auf offener Straße zu überfallen.

Ich war bisher in neun verschiedenen Ländern in Afrika unterwegs und habe insgesamt schon 1,5 Jahre in verschiedenen Regionen gelebt. Und weißt du was? Mir wurde noch nie etwas geklaut. Nichtmal eine Kleinigkeit. Ich wurde auch noch nie überfallen oder sonstiges.

Das war vielleicht Glück. Aber in erster Linie war es einfach Vorsicht.

 

18 Tipps und Vorsichtsmaßnahmen, die du einhalten solltest, um dich sicher in Afrika zu bewegen

Hier die Vorsichtsmaßnahmen, die ich einhalte, wenn ich mit meinem Rucksack in Afrika unterwegs bin. Die meisten Punkte dienen wirklich nur der Vorbeugung! Viele davon befolge ich übrigens auch in Deutschland ;)

  1. Informiere dich vorab, welche Länder und Regionen du gefahrlos bereisen kannst. Als Orientierung kannst du dich auf der Website des Auswärtigen Amts erkundigen. Lass dir aber auch keine Angst von all den vielen Sicherheitshinweisen einjagen. Ausdrückliche Reisewarnungen solltest du aber schon ernst nehmen.
  2. Kauf dir ein kleines Vorhängeschloss, damit du deinen Rucksack verschließen kannst. Das ist nicht nur praktisch in Hostels, sondern auch, wenn du mal viele Menschen um dich herum hast, und nicht ständig den Rucksack vorne tragen willst. Ich habe ein kleines Fach, in dem alle wichtigen Dokumente drin sind und das wird immer abgeschlossen.
  3. Nimm deine Visa-Karte nur mit, wenn es wirklich notwendig ist, z.B. Wenn du Geld abheben möchtest. Bewege dich ansonsten einfach mit Bargeld. Eine VISA-Karte aus der Ferne neu zu beantragen, ist glaube ich nicht so der Renner.
  4. Wenn du dich sicherer fühlst, nimm ein altes Handy mit, das dir nicht so wichtig ist. Sollte es doch mal verloren gehen, ist es nicht so schlimm. Ich benutze hier mein relativ gutes Smartphone. Wenn ich abends feiern gehe, nehme ich oft ein altes Nokia stattdessen mit.
  5. Teile dein Geld ein bisschen auf, wenn du abends unterwegs bist, d.h. bewahre es an verschiedenen Orten auf. So kommst du immer noch nach Hause, falls dir etwas geklaut werden sollte.
  6. Behalte deine Wertsachen immer bei dir. Wenn du im Bus fährst, pack deine Wertsachen nicht in die Ablage über den Sitzen, sondern einfach auf deinen Schoß. Ich bin schon 2 Tage lang Bus gefahren mit meinem Handgepäcks-Rucksack auf dem Schoß. Ja, es nervt manchmal, aber man kann beim Schlafen seinen Kopf darauf ablegen und muss sich keine Platte machen. Einem guten Freund wurde sein Laptop mit allem drum und dran aus der Ablage geklaut. Sowas kann passieren, wenn man seine Sachen nicht im Blick hat (auch in Deutschland).
  7. Verstaue deine Sachen sicher! Das heißt: Ein Handy gehört nicht in die offene Jackentasche und ein Portemonnaie nicht in die Arschtasche deiner Jeans. Als die Handys noch kleiner waren, haben sie bei uns Mädels gut in den BH oder in die enge Jeanstasche gepasst. Heutzutage sind sie manchmal einfach zu groß. Dann ist vielleicht ein Brustbeutel oder eine normale Handtasche etwas für dich. Diese hautfarbenen Geldgürtel finde ich persönlich unnötig. Es ist ja nicht so, dass man permanent auf offener Straße überfallen wird. Vielleicht auch eine Option, wenn man abends feiern geht.
  8. Sei aufmerksam, wenn viele Menschen um dich herumstehen, wie zum Beispiel am Busbahnhof, auf dem Markt, am Schalter usw.
  9. Habe deine Sachen immer im Blick, wenn du angesprochen wirst.
  10. Wenn du im Bus sitzt und mal aufs Klo musst, nimm deine Wertsachen einfach mit. Ja, dein Sitznachbar ist vielleicht lieb und vertrauenserweckend, aber man weiß ja nie. Vielleicht ist die Person auch unaufmerksam und jemand anderes greift zu. Nimm die Sachen einfach mit und du musst dir keine Sorgen machen.
  11. Telefoniere oder spiele nicht im Bus mit deinem Handy rum, wenn das Fenster neben dir geöffnet ist.
  12. Vermeide es nachts durch verlassene Straßen zu laufen. Egal, ob alleine oder in der Gruppe. Sollte man einfach nicht machen :) aber auch hier gilt: Wo viele Menschen sind, ist man eigentlich in Sicherheit. Auch einsame Gassen in der Großstadt oder leere Strände in der Morgendämmerung musst du nicht allein mit deiner teuren Fotoausrüstung erkunden.
  13. Halte ein wenig Abstand zum Straßenrand, wenn du in leeren Wohngebieten an der Straße entlangläufst und trage deine Umhängetasche nicht auf der Straßenseite. In den Villenvierteln Dar es Salaam passiert es hin und wieder, dass jemand mit einem Motorrad vorbeifährt und Umhängetaschen entreißt. Mitten in der City und in Wohngegenden, in denen vor allem Locals wohnen, solltest du aber safe sein.
  14. Mach ein Foto von deinen wichtigsten Dokumenten und schick sie dir per Email zu. So hast du immer und überall Zugriff darauf, wenn etwas verloren geht. Das macht die Beantragung neuer Dokumente auf der Botschaft wesentlich leichter.
  15. Nimm nur registrierte Taxis. In Dar es Salaam gab es in letzter Zeit immer wieder Überfälle, die von unregistrierten Taxifahrern begangen wurden. Ich selbst kenne zwei Personen, denen sehr unschöne Dinge widerfahren sind. Erkundige dich, wie registrierte Taxis in deinem Reiseland aussehen und fahre nur mit diesen. Ich bewege mich tagsüber eigentlich nur in Bussen oder Tuktuks. Tuktuks werden nachts auch hin und wieder überfallen, also versuche hier auch vorsichtig zu sein.
  16. Wenn du in eine fremde Stadt fährst, frage Freunde und Bekannte, ob sie dort Kontakte haben. Vielleicht kann dich jemand abholen oder dir die Nummer eines vertrauenswürdigen Taxifahrers geben.
  17. Sei auch bei Fremden, die dir anbieten dich ein Stück mitzunehmen, vorsichtig.
  18. Packe alle wichtigen Wertsachen in dein Handgepäck und nicht in dein Hauptgepäck, das du am Flughafen aufgibst oder im Bus verstaust. Dass an Flughäfen öfter mal etwas wegkommt, ist ja allgemein bekannt. Im Hauptgepäck sollten also nur Dinge sein, deren Verlust im Ernstfall nicht ganz so tragisch wäre.

Wenn du diese Tipps befolgst, solltest du safe sein. Wenn man sich sich selbst nicht in unangenehme Situationen bringt, ist das Reisen in Afrika eigentlich kein Thema.

Niemand wird dich tagsüber auf offener Straße überfallen! Aber so wie auch in Europa gibt es eben den ein oder anderen Taschendieb. Wenn man hier aufmerksam ist, ist man auf der sicheren Seite.

Und eine Sache noch: Vorsicht und eine Portion Misstrauen sind gut, aber versuche trotzdem den Menschen gegenüber offen zu sein. Wenn dich zum Beispiel jemand auf einen Tee einlädt, gehe nicht gleich davon aus, dass er dir etwas Böses will.

Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Artikel ein wenig die Angst nehmen! Hast du noch Fragen oder Bedenken? Oder noch den ein oder anderen Tipp fürs sichere Reisen? Dann schreib mir in den Kommentaren!

6 thoughts on “Sicherheit in Afrika: 18 Tipps für deine Reise

  • Januar 5, 2016 at 4:49 pm
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    Hallo Sophie,

    vor 14 Monaten hätte ich den Artikel wahrscheinlich auch so geschrieben wie Du.
    ich bin vorher 4 Jahre lang durch Afrika gereist und habe 15 afrikanische Länder besucht und außer das mir ein Handy geklaut wurde, ist nichts passiert. Aber dann wurden wir doch Anfang Oktober 2014 nachts auf einem Campingplatz brutal überfallen und ich mit einer Machete so schwer verletzt, dass alle Strecksehnen meiner rechten Hand durchtrennt wurden. Das nicht etwa in Ländern, die als gefährlich gelten, sondern im relativ sicheren Malawi:
    http://www.runterwegs.de/ein-alptraum-wird-wirklichkeit-schwerverletzt-bei-raubueberfall/
    Aber ich möchte jetzt niemanden Angst machen, ich selbst bin nach einer kurzen Pause mit Traumatherapie in Deutschland, auch wieder nach Afrika zurückgekehrt. Aber so einfach wie „Wenn Du alle Vorsichtsmaßnahmen beachtest, passiert Dir nichts“, ist es auch wieder nicht.

    Ich wünsche Dir noch viele tolle Erfahrungen in Tansania!
    Viele Grüße aus Südafrika,
    Verena

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    • Januar 15, 2016 at 7:11 am
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      Hey Verena,
      ich habe euren Artikel damals gelesen und bin immer noch total schockiert, dass so etwas passieren konnte. Zumal ihr nicht auf offener Straße, sondern auf einem bewachten (?) Campingplatz wart. Es gibt nichts an dieser Situation, das man hätte vermeiden oder vorhersehen können und es tut mir furchtbar Leid, dass du diese Erfahrung machen musstest. Umso schöner zu sehen, dass ihr wieder zurück in Afrika seid und du einen Weg für dich gefunden hast mit diesem Schock umzugehen. Ich wünsche euch alles Gute für eure nächsten Reisen!

      Sophie

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  • Januar 26, 2016 at 11:59 am
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    Dein Blog ist interessant, ich liebe Tanzania ebenfalls sehr. Der Bericht einer anderen Leserin bezüglich Malawi hat mich sehr erschreckt, da ich in Senga Bay am Lake Malawi eine ähnliche Erfahrung machte, die jedoch glimpflich ausging. Gelernt habe ich vor allem eines, nie, aber auch wirklich NIEMALS mit voller Tasche loszugehen, die sämtliches Geld und Dokumente enthält. Ich mag naiv sein, allerdings ist mir niemals zuvor auf mehr als 30 Reisen rund um die Welt ähnliches geschehen. Ich denke nicht, dass Malawi so sicher ist, wie vom Auswärtigen Amt auf deren Website behauptet. In Tanzania fühle ich mich sicherer, vorausgesetzt, ich gehe ohne Tasche los.

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    • Januar 29, 2016 at 6:17 am
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      Liebe Natascha, danke für deinen Kommentar! Ich denke die Gefahr besteht auch mehr oder weniger darin, sich zu sicher zu fühlen, wenn man sich schon eingewöhnt hat und noch nie negative Erfahrungen gemacht hat. Dann wird man auch leichtsinniger, passiert mir selbst oft, dass ich im Nachhinein denke „Sophie, du bist schon ein bisschen blöd?! Das ist Dar und nicht Berlin!“, wenn ich mal wieder nachts alleine auf dem Nachhauseweg bin. Wertsachen zu Hause lassen, finde ich eine gute Lösung, allerdings lässt es sich manchmal auch nicht vermeiden, zum Beispiel wenn man weiterreist und mitten in der Nacht an einem fremden Busbahnhof ankommt. Da fühle ich mich immer etwas unwohl, vor allem wenn ich den Ort nicht kenne. Trotzdem sollte man auch nicht den Teufel an die Wand malen… :)
      Ganz liebe Grüße
      Sophie

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  • April 14, 2016 at 3:35 pm
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    Hey :)

    Ich finde es schön, dass du die Offenheit so betonst.. und Mut zum Reisen machst!

    Dennoch stellenweise etwas dolle Formulierungen.. Von „Afrika“ zu sprechen ist kritisch, da dies ein riesiger Kontinent ist. Und es wird dir (eigene Erfahrung) sehr wohl auch auf offener Straße etwas geklaut.. oder auch in Begleitung von Männern sexuelle Gewalt angetan. Ich würde etwas weniger Pauschalisierung wünschen.. Oder verstärkte Betonung, dass das nur DEINE Erfahrungen sind.

    LG

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  • April 14, 2016 at 3:41 pm
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    * Mir wurde in Mombasa (Kenia) zur Mittagszeit alles an Geld abgnommen.. auch aus den Verstecken. Auch hier wieder: Nur eine Situation und oft sehr viel Glück gehabt oder sehr nette Kenianer, die auf mich aufgepasst haben. Dennoch: Gefährlich, von „So passiert Dir NICHTS“ zu sprechen.

    LG :)

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