Gesundheit: Woran du vor deiner Reise nach Afrika denken musst

Gesundheit

Afrika – hierbei denken viele natürlich gleich an Krankheiten. Malaria, Ebola, HIV… Wenn ich mich nach Afrika aufmache, macht sich meine Familie immer die größten Sorgen um meine Gesundheit.

Es gibt sicher die ein oder andere Krankheit, die man sich lieber nicht einfangen sollte. Es ist aber auch völlig übertrieben zu glauben, dass man sich an jeder Ecke mit einer tödlichen Krankheit infiziert.

Hier habe ich aufgelistet, welche Vorbereitungen du für deine Reise treffen solltest, damit du auf der sicheren Seite bist.

 

Medizinische Versorgung

Allgemein lässt sich sagen, dass die medizinische Versorgung beim Reisen durchs südliche Afrika eigentlich kein Problem ist. In den großen Städten gibt es moderne Krankenhäuser und sehr gut ausgebildete Ärzte.

In den ländlichen Gegenden ist es eigentlich auch kein Problem eine Krankenstation oder Apotheke ausfindig zu machen.

Grundsätzlich ist es üblich ein Krankenhaus oder eine Station aufzusuchen. Einzelne Arztpraxen sind eher unüblich.

Ich war in Afrika schon so oft beim Arzt!

• Beim Zahnarzt in Dar es Salaam zur Behandlung von Karies
• In einer Krankenstation in einem abgelegenen Dorf in Kenia, weil ich eine Blasenentzündung hatte
• Im Krankenhaus in Mwanza wegen Malaria
• Bei einem Arzt in Kisumu wegen Malaria
• In einer Krankenstation in einem Dorf auf Sansibar, weil mein damaliger Freund Herpes bekam
• Bei einem HNO in Dar es Salaam, weil ich eine Mittelohrentzündung hatte
• In einem Dorf in Malawi in einer Apotheke wegen Durchfall
• In einem Krankenhaus in Lusaka wegen Durchfall
• In einer Apotheke in Cape Town wegen der Pille danach

Du siehst also, es ist grundsätzlich kein Problem einen Arzt zu finden, auch wenn man ab vom Schuss ist, soweit dort Menschen leben. Jedenfalls gilt das für kleinere Anliegen.

Schwieriger wird es in extrem dünn oder gar nicht besiedelten Gebieten, zum Beispiel wenn man auf Safari geht oder einen Berg besteigt. Hier ist es ratsam bestimmte Medikamente mitzunehmen, wenn man weiß, dass man gegen etwas sehr anfällig ist.

Auf jeden Fall sollte man immer Notfalltabletten für die Behandlung von Malaria dabei haben, damit man schnell reagieren kann.

 

Krankenversicherung

Die solltest du für deinen Auslandsaufenthalt auf jeden Fall abschließen. Eine gute Auslandskrankenversicherung gibt es schon für wenig Geld und kann wirklich Gold wert sein. Ich musste in Tansania mit Karies zum Zahnarzt. Die Rechnung von 350$ wurde direkt von meiner Krankenversicherung übernommen, ohne, dass ich es vorher auslegen musste.

Bei der Auswahl deiner Krankenversicherung kommt es darauf an, wie lange du verreist. Für Reisen bis zu acht Wochen gibt es sehr günstige Tarife. Ich hatte zum Beispiel bei der TK einfach einen Auslandstarif für 9€ im Jahr dazu gebucht, womit ich zwei Monate am Stück im Ausland versichert war, und das mehrfach pro Jahr.

Für längere Reisen brauchst du eine Krankenversicherung für Langzeitreisen. Die gibt es bei der TK zum Beispiel für 0,80ct am Tag, die ich mittlerweile nutze oder bei der Hanse Merkur ab 1,00€ pro Tag.

Nach deiner Reise reichst du deine Belege für Medikamente und Behandlungen einfach ein und kriegst alles erstattet.

Gut zu wissen: wenn du vor hast für mehrere Monate ins Ausland zu gehen und dein Status in Deutschland nicht geklärt ist (du also kein Student, Arbeitnehmer usw. bist) kannst du deine Krankenversicherung für diesen Zeitraum kündigen, soweit du einen Nachweis über eine Auslandskrankenversicherung vorlegen kannst. Die Annahme, dass man sich nur von den Beiträgen befreien kann, wenn man sich in Deutschland abmeldet, stimmt so nämlich nicht. Du solltest jedoch mit deiner Versicherung klären, ob sie dich nach deiner Rückkehr wieder aufnimmt oder du eventuell eine Anwartschaft für den Zeitraum deiner Abwesenheit zahlst. Ich befreie mich jetzt zum zweiten Mal von den Beiträgen bei meiner Krankenkasse. Wichtig ist nur, dass du zuerst die Auslandskrankenversicherung abschließt und danach die gesetzliche Krankenversicherung kündigst.

 

Impfungen

Gehe am besten vor deiner Reise zu einem Tropenarzt oder Tropeninstitut um zu klären, welche Impfungen du für dein Reiseland benötigst. Für die Impfungen solltest du 100-300€ einplanen.

Das kommt darauf an welche Kosten deine Krankenkasse übernimmt und welche Impfungen du für dich selbst als wichtig erachtest. Kümmere dich früh genug darum, da du eventuell mehrere Spritzen in verschiedenen Abständen bekommst.

Ich habe folgende Impfungen:

  • Gelbfieber (diese musst du bei vielen Ländern bei Einreise nachweisen!)
  • Meningitis (also Hirnhautentzündung, schon empfehlenswert, wenn man viel in überfüllten Bussen etc mitfährt)

Alle anderen Impfungen, hat man in der Regel sowieso. Dazu gehören:

  • Tetanus
  • Diphterie
  • Keuchhusten
  • Poliomyelitis
  • Masern-Mumps-Röteln
  • Hepatitis A + B

Manche Ärzte werden dir noch Impfungen gegen Typhus und Tollwut empfehlen.

Meine Ärztin sagte mir, dass eine Typhus-Impfung nur bei 60%  der Erwachsenen wirklich wirkt, weshalb ich mich erstmal dagegen entschieden habe und entsprechend vorbeuge, indem ich zum Beispiel nur Wasser aus gekauften Flaschen trinke. Bisher lief auch alles gut. Ich habe auch Bekannte hier, die schon Typhus hatten und es mit der entsprechenden Behandlung auch gut überstanden haben.

Tollwut mach eigentlich nur Sinn, wenn du auf dem Land bist oder viel mit Tieren zu tun hast (z.B. als Volunteer in einem Tierheim etc.). Ich habe mich auch erstmal dagegen entschieden.

 

Malaria-Prophylaxe

Erkundige dich rechtzeitig, ob es in deinem Reiseziel Malaria gibt. Es gibt einige Regionen und Höhenlagen, in denen Malaria kaum verbreitet ist (z.B. Sansibar).

Ob du Präparate zur Prophylaxe einnehmen möchtest, solltest du für dich selbst entschieden. Ich habe dazu einen Artikel mit Vor- und Nachteilen geschrieben.

Nimm lange Kleidung mit und benutze Mückenspray. Spray gibt es auch vor Ort zu kaufen. Wenn du dich sicherer fühlst, kannst du auch dein eigenes Netz einstecken, ich für meinen Teil habe es noch nie gebraucht, da es überall Netze gab.

 

Reiseapotheke

Als ich das erste Mal nach Afrika gefahren bin, hatte ich unglaublich viele Medikamente mit. Kohletabletten, Immodium Akkut, Malaria-Prophylaxe, Mittel gegen Blasenentzündung, meine Pille.

Mittlerweile nehme ich nur noch folgende Dinge mit, wenn ich unterwegs bin:

• Tabletten zur Behandlung von Malaria im Notfall (z.B. Malarone oder einfach vor Ort in einer Apotheke kaufen)
• Meine Pille
• Meine Kontaktlinsen und Flüssigkeit (Kontaktlinsenflüssigkeit gibt es in allen großen Städten, in kleineren Städten und Dörfern eher schwierig)

Alles andere bekommst du eigentlich vor Ort. Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich weiter keine Wehwehchen habe. Wenn du regelmäßig spezielle Medikamente einnehmen musst, solltest du sie lieber mitnehmen.

Hast du noch Fragen oder Bedenken zum Thema Gesundheit in Afrika? Dann schreib sie gern in die Kommentare!

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *