10 Gründe warum du Bagamoyo lieben wirst

Bagamoyo

Bagamoyo gehört zu den ältesten Orten in Tansania. Das geschichtsträchtige und ein wenig verschlafene Städtchen befindet sich direkt am indischen Ozean in ca. 75km Entfernung von Dar es Salaam.

Bagamoyo ist bekannt für seine Künstlerszene und war einst die Hauptstadt von Deutsch-Ostafrika. Lange vor der deutschen Kolonialherrschaft wurde es durch persische und arabische Händler geprägt. Hier kommen also ganz viele verschiedene Einflüsse zusammen.

Für mich ist Bagamoyo der perfekte Ort für einen Wochenendausflug. Ich fühle mich einfach rundum wohl dort. Hier erfährst du warum:

 

1. Schnell und günstig zu erreichen

Bagamoyo

Mit dem Dalladalla kommt man von Dar es Salaam aus wirklich schnell nach Bagamoyo. Je nach Verkehrslage und wie schnell der Bus voll ist, dauert die Fahrt zwischen anderthalb und zwei Stunden.

Die Busse fahren vom Busbahnhof in Makumbusho in dar es Salaam über Tegeta nach Bagamoyo. Die Beschriftung lautet „TG/Nyuki – Bagamoyo“. Aktuell kostet eine Fahrt 2200Tsh (ca. 1€).

 

2. Wunderschöner und ruhiger Strand

Bagamoyo

Der Strand in Bagamoyo ist klasse. Er ist überwiegend sauber, perfekt zum Muscheln sammeln und es gibt kaum Touristen und demnach auch keine Beach Boys.

Ich liebe es früh zum Sonnenaufgang an den Strand zu gehen. Um diese Zeit ziehen die ersten Fischerboote los, diverse Frühaufsteher nutzen den Strand für ihr morgendliches Trainingsprogramm.

Aber auch nachmittags sind viele Locals am Strand, vor allem rund um das College of Arts, das TASUBA. Hier kann man eigentlich fast immer den Tänzern, Akrobaten, Schauspielstudenten oder Musikern beim Üben zusehen.

Im Millenium kann man den Abend dann gemütlich mit einem Cocktail und leckerem Essen mit Blick aufs Meer ausklingen lassen.

 

3. Künstlerszene & das Bagamoyo Art College (TASUBA)

Bagamoyo

Es ist wirklich unglaublich wie viele verschiedene Künstler in Bagamoyo leben. Nicht zuletzt durch das Bagamoyo Art College, das TASUBA, dessen Campus direkt am Strand liegt.

Das Schöne ist, dass man ganz einfach in diese Welt eintauchen kann. Man kann sich auf dem Campus oder am Strand zu den Proben gesellen, und kommt schnell mit den Studenten und Dozenten ins Gespräch. Hin und wieder gibt es auch Aufführungen im großen Amphitheater der Uni. Alle sind total offen und teilen auch gern ihre Fähigkeiten.

Am TASUBA selbst gibt es auch Crash-Kurse in allen Bereichen, in die man sich einschreiben kann.

Auch in der Innenstadt haben eigene Künstler kleine Läden eröffnet und es gibt einen großen Künstlermarkt, auf dem man vor allem Bilder kaufen kann, den Old Market.

 

4. Entspannte Atmosphäre

Bagamoyo

Wenn ich Bagamoyo in einem Wort beschreiben müsste, wäre es ganz klar „megaentspannt“. Es gibt viele Orte, an denen es schon ein wenig anstrengend sein kann, sich als weiße Frau zu bewegen.

In Dar es Salaam passiert es mir sehr oft, dass Leute mir auf der Straße hinterherrufen („Hey Baby“) oder mir richtig auf den Keks gehen, mich unbedingt kennenlernen wollen. Wenn man dazu nicht in der Stimmung ist, kann das wirklich nerven.

In Bagamoyo sind die Menschen einfach nur zum knuddeln. Sie sind sehr offen, grüßen lieb, wenn man vorbeigeht („Mambo?“) und heißen einen willkommen („Karibu!“), alles auf eine ganz liebe und entspannte Art. Alles in allem eine wirklich sehr angenehme Atmosphäre. Man kommt sich nicht vor wie eine Attraktion.

 

5. Deutsche Geschichte

Bagamoyo

Auch wenn es in unserem deutschen kollektiven Gedächtnis wenig verankert ist: Ja, wir hatten auch mal Kolonien, eine davon war Deutsch-Ostafrika, in dem das heutige Tansania liegt.

In Bagamoyo kommt man damit zwangsläufig in Berührung. Direkt am Strand befindet sich ein Friedhof mit deutschen Gräbern und Inschriften. Außerdem steht in Bagamoyo die erste katholische Kirche Tansanias, die damals von den Deutschen erbaut wurde. Es gibt eine alte deutsche Schule, das deutsche Zollamt und den Sklavenmarkt am Hafen und das German Old Boma. Aber noch viele weitere Gebäude und Denkmäler. Hier findest du eine sehr ausführliche Auflistung.

 

6. Urban Exploring

Bagamoyo

Da Bagamoyo so ein geschichtsträchtiger Ort ist, gibt es an fast jeder Ecke alte, leerstehende Gebäude. In viele Gebäude kann man auch reingehen, allgemein sollte man dabei versuchen unauffällig zu bleiben. Es kann passieren, dass jemand davon Wind bekommt und man dann für eine Foto-Erlaubnis bezahlen muss.

In der Indian Street befindet sich beispielsweise das German Old Boma, das Fischereiministerium und ein paar andere verlassene Gebäude, deren Geschichte ich näher nicht kenne. Am Strand gibt es eine verlassene Beach Bar mit einem coolen Marterpfahl :)

 

7. Yoga

Bagamoyo

Weil man in Bagamoyo so gut zur Ruhe kommt, und der Strand so schön leer ist, eignet sich der Ort perfekt für ein paar Yoga-Sessions. Zakaria unterrichtet jeden Morgen ab 6 Uhr kostenlos Yoga am Strand, direkt vor dem College of Arts.

Das Programm ist nicht ohne, aber umso besser fühlt man sich danach. Shavasana mit dem Klang der Wellen in den Ohren ist auch Bombe.

Im Fireflies-Hostel in der Innenstadt gibt es auch Yoga-Stunden für 5000Tsh (2,50€).

 

8. Tolles Obst

Direkt am Ortseingang zu Bagamoyo gibt es einen ganz tollen Fruchtmann! Darauf freue ich mich jedes Mal, wenn ich nach Bagamoyo komme. Für 1000Tsh (50 Cent) bekommt man einen großen Teller mit geschnittenem Obst, je nach Saison Melone, Orange, Banane, Avocado, Mango. Manchmal esse ich auch zwei oder drei davon

 

9. Mit dem Fahrrad ab über die Dörfer

Bagamoyo

An der Küste kann man südwärts mit dem Fahrrad nach Kaole fahren (ca. eine halbe Stunde). Fahrräder kann man in der Stadt für 500Tsh (25 Cent) pro Stunde ausleihen. In Kaole stehen arabische Ruinen der wohl ältesten Moschee in Ostafrika und Gräber aus dem 13. Jahrhundert.

Außerdem gibt es einen riesigen Affenbrotbaum auf dem Gelände. Eine Runde um den Baum verlängert dein Leben um ein Jahr Auf dem Weg nach Kaole kommt man durch kleine und gemütliche Dörfer, wo man auch für eine kalte Cola Halt machen kann.

 

10. Festivals

Bagamoyo

Zwei große Festivals gibt es jährlich in Bagamoyo.

Das Bagamoyo Art Festival, das direkt auf dem Campus des Bagamoyo Art Colleges ausgetragen wird, findet immer im September statt. Es ist in erster Linie Plattform für die Künstler des Colleges, also der Musik-, Theater- und Tanzgruppen und beherbergt einige Ausstellungen. Abends gibt es eine Strandparty.

Das Karibu Music Festival im November findet auf der großen Freifläche am Ortseingang statt. Hier performen großartige Musiker aus ganz Afrika.

 

Vielleicht konnte ich dir Bagamoyo mit diesem Artikel etwas schmackhaft machen :) Hast du Fragen oder Anregungen? Dann Schreib mir einen Kommentar.

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